03.11.2016

Absolventenportrait Larissa Fontein

Erfolgreiche Bürokraft sucht neue Herausforderung

Wer bist Du?
Hallo, ich bin Larissa Fontein und 25 Jahre alt. Aufgrund meiner Behinderung – die ich seit der Geburt habe – bin ich auf meinen Rollstuhl angewiesen. Zudem habe ich eine mittlere Stottersymptomatik. Trotz dieses Doppel-Handicap bin ich ein sehr lebensfroher Mensch, gegenüber Allem aufgeschlossen und wünsche mir nichts mehr als einen ordentlich bezahlen Job, in dem ich meine neu erworbenen Kenntnisse und mein schon vorhandenes Wissen in vollem Umfang einbringen kann.

Was machst Du gerade?
Trotz intensiver Bemühungen bin ich leider seit 4 Jahren arbeitslos. Allerdings habe ich zwischenzeitlich an einigen Fortbildungen erfolgreich teilgenommen, bin ehrenamtlich tätig gewesen und hatte sogar eine befristete Anstellung. In der zwangsweise freien Zeit besuche ich mehrmals in der Woche ein Fitnesscenter, lese viel und experimentiere mit meinen Grafikprogrammen.

Wie lange machst Du das schon? Was hast Du davor gemacht?
Seit dem Abschluss meiner Berufsausbildung als Bürokraft im Sommer 2012 suche ich intensiv nach einer Arbeitsstelle. Machmal kommt mir die Zeit meiner Arbeitslosigkeit schon wie eine Ewigkeit vor.
Um nicht ’verrückt zu werden’, habe ich mich ein halbes Jahr nach der Ausbildung dazu entschlossen, ehrenamtlich tätig zu werden. Anfänglich hatte ich sogar gleichzeitig 2 Jobs, einen über 5 Monate in einem Mehrgenerationenhaus und einen über 3 Jahre bei der Lebenshilfe.
Im Sommer 2014 bekam ich die Chance, durch ein vorheriges Praktikum, bei einem Sanitätshaus für 3 Monate befristet zu arbeiten. Leider konnte mein Arbeitsvertrag anschließend nicht verlängert werden.
Daher nahm ich meine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Lebenshilfe wieder auf und versuchte parallel dazu, durch erneute Initiativ-Bewerbungen, an eine Arbeitsstelle zu kommen. Da mir dies leider nicht gelang, wendete ich mich im Frühjahr 2016 erneut mit der Frage nach erweiterten Berufseinstiegs- oder Unterstützungsmodellen an die Arbeitsagentur.
Eine solche wurde mir angeboten, jedoch sinnvoller Weise mit dem Hinweis auf eine vorgeschaltete Weiterbildungsmaßnahme für Office-Programme. Aus den verschiedenen Angeboten habe ich mich dann für cbm in Bremen entschieden.
Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich nicht, dass der Fahrstuhl im Gebäude ziemlich klein und für Rollstuhlfahrer ungeeignet ist. Ich bin daher dem Personal von cbm besonders dankbar, dass sie mir während des 14 ½ Wochen dauernden Kurses geholfen haben, den ’Mini’-Fahrstuhl und die normal gebauten Toiletten zu bewältigen. Das hat ganz prima geklappt.

Was hast Du bei cbm gemacht?

Bei cbm habe ich meine zum Teil schon vorhandenen Kenntnisse bezüglich PC-Grundlagen sowie in den Office-Anwendungen MS-Word, MS-Excel und MS-PowerPoint aufgefrischt und erweitert. Das dafür eingesetzte, moderne Video-Training ist gut und attraktiv aufgebaut, so dass man Step-By-Step durch die Programme geführt wird und jederzeit die Möglichkeit selbstbestimmter Wiederholungen hat. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass in dem Lehr-Buch exakt passende Übungen zu den jeweiligen Themen zu finden sind.
Mit dieser Lernmethode ist es mir im Lern-Center u.a. gelungen, meine ’Scheu’ vor den komplexeren Funktionen des Tabellenkalkulationsprogramms MS-Excel und vor dem Thema „Serienbriefe“ im Schreibprogramm MS-Word zu verlieren.
Die Schulung hat sich für mich total gelohnt und erhöht sicherlich meine beruflichen Chancen, worüber ich sehr froh bin.

Für wen oder was würdest Du gerne einmal arbeiten?

Mich reizt die Arbeit in einem Verlag. Ich liebe es mit Texten umzugehen. Da ich schon einmal in einem Verlag ein Praktikum gemacht habe, sind mir die Arbeiten dort durchaus vertraut.
Aber auch in einem Archiv zu arbeiten, macht mir Spaß: Texte, die verblasst sind zu erneuern, Recherchen im Internet durchzuführen oder andere alte Quellen anzuzapfen.
Das sind allerdings nur zwei Tätigkeits-Beispiele aus vielen, die ich mir vorstellen kann.

Was ist Dein Traumjob?
In der Lebenshilfe war ich unter anderem für den Versand einer Zeitschrift zuständig. Ca. 100 bis 300 Briefe zu bekleben mit Ettiketten, diese zu frankieren und einzutüten macht mir nichts aus. Im Gegenteil: es macht mir Spaß!
Eine Arbeit, bei der ich sehe, wie viel ich geschafft habe – egal ob auf Papier oder am Computer – das ist meine Vorstellung oder Definition vom ’Traumberuf’. Ich möchte mit meinen Fähigkeiten und meinem Wissen einfach nur gebraucht werden.
Für mich kommt, sicher nachvollziehbar, nur eine sitzende Tätigkeit im Büro in Frage – von daher ist die Auswahl logischerweise eingegrenzt. Und was mir natürlich nicht so liegt, ist eine Tätigkeit mit erhöhter telefonischer Kommunikation.